Fair in Markt Erlbach

©Fairtrade Deutschland Logo der Fairtrade Town Kampagne

In den heutigen Handelsstrukturen besteht oft ein undurchschaubares Geflecht aus ungerechten Handelsbeziehungen, unter dem sehr viele Menschen leiden.

Der faire Handel versucht zum einen, dieses Geflecht sichtbar zu machen und aufzuzeigen, wo Ungerechtigkeiten stattfinden. Und er versucht ganz konkret, Alternativen aufzuzeigen, wie es anders gehen kann.

Es gibt immer mehr Städte und Gemeinden, die so genannte „Fairtrade-Towns“ sind.

Sie signalisieren damit:

  • Wir unterstützen es, dass überall auf der Welt die Handelsbeziehungen gerechter werden, wir wollen nicht mehr auf Kosten anderer Menschen leben und einfach so tun, als ob wir von bestehenden Ungerechtigkeiten nichts wissen.
  • Wir machen uns auf den Weg und versuchen, in kleinen Schritten zu informieren und immer mehr Produkte des fairen Handels anzubieten und zu verwenden.
  • Wir versuchen, regionale und ökologische Betriebe zu stärken.
  • Wir binden Einzelpersonen, Ämter, Einrichtungen, Geschäfte und Gastronomie mit ein.

Im Dezember 2019 hat der Marktgemeinderat beschlossen:

Auch wir werden eine Fairtrade-Gemeinde.

Begleiten Sie die Marktgemeinde auf diesem Weg des fairen Handelns!

Machen Sie mit!

© TransFair e.V.

Wenden Sie sich an die Steuerungsgruppe
"Fair in Markt Erlbach", wenn Sie:

  • sich informieren wollen
  • sich als Einzelperson, Geschäft, Gastronomiebetrieb, Verein oder Einrichtung beteiligen wollen
  • bei dem Arbeitskreis Fairtrade Markt Erlbach mitarbeiten wollen
  • längst schon auf diesem Gebiet aktiv sind und dies öffentlich machen wollen

Mitglieder der Steuerungsgruppe:

Ursula Bien

Familie Hunger

Susanne Kropf

Familie Mandel (Matthias Mandel: Hauptansprechpartner)

Sarah Pelzer

Lea Stefani

Ulrike Meyer-Strobel

Familie Reeg

Familie Stotz

Andrea Tiefel (Rathaus)

Hiltraud Weghorn

Die Kriterien des fairen Handels (Fairtrade)

© Eric St-Pierre

Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt.

(Definition der internationalen Dachorganisationen des Fairen Handels: FLO, WFTO und EFTA.)


Wichtige Elemente sind dabei:

  • Gleiches Mitbestimmungsrecht
  • Langfristige Handelsbeziehungen
  • Direkteinkauf

Gleiches Mitbestimmungsrecht: Im „normalen“ Geschäftsleben setzt sich der Stärkere durch und diktiert die Bedingungen. Der Faire Handel setzt hier bewusst einen anderen Akzent. So wird zum Beispiel der Mindestpreis, der unabhängig von tieferen Weltmarktpreisen auf jeden Fall an die Produzenten bezahlt wird, einvernehmlich vereinbart.

Langfristige Handelsbeziehungen: Wer von Ihnen einen Garten hat, weiß, dass es oft Jahre dauert, bis zum Beispiel ein Obstbaum groß genug ist, dass er viele Früchte trägt. Und dass es dazu auch einiges an Pflege braucht. Das ist bei Mangobäumen, Teesträuchern und Kaffeepflanzen nicht anders. Deshalb ist es wichtig, dass nicht jedes Jahr die Abnehmer für die Ernte neu gesucht werden müssen, sondern ein zuverlässiger Partner dauerhaft dem Produzenten zur Seite steht. Und ihn auch unterstützt und bei der Stange bleibt, wenn es mal eine schlechte Ernte gibt.

Direkteinkauf möglichst ohne Zwischenhändler. Zwischenhändler versuchen, möglichst viel Gewinn herauszuziehen, in dem sie zum Beispiel Notlagen von Kleinbauern ausnutzen und oft Preise unter den Selbstkosten der Produzenten durchsetzen. Außerdem ermöglicht der Direkteinkauf einen persönlichen Kontakt. So kann gegenseitiges Vertrauen aufgebaut und der gemeinsame Handel weiterentwickelt werden.

Weiterführende Informationen finden Sie z.B. unter www.transfair.org

Angelika & Markus Hunger

für die Steuerungsgruppe Fair in Markt Erlbach

© Jakub Kaliszewski
  • Der Preis muss mindestens die Produktionskosten decken.
  • Zahlung eines Preises oberhalb des Weltmarktpreises.
  • Der Preis muss Spielraum lassen für Entwicklungs- und Gemeinschaftsaufgaben.
  • Frauen und Männer werden für gleichwertige Arbeit auch gleich bezahlt.
  • Es wird ein Zeitraum fest vereinbart, innerhalb dessen bezahlt wird.
  • Preisaufschläge für biologischen Anbau.

Der Preis muss mindestens die Produktionskosten decken: Unsere Landwirte kennen es aus eigenem leidvollen Erleben, wenn sie nicht einmal mehr kostendeckende Preise für ihre Waren (z.B. Milch) erhalten. Der Faire Handel setzt hier klare Vorgaben: Ausbeutung zu Lasten der Erzeuger geht gar nicht! (Das sollten wir uns im Übrigen als Beispiel auch für unseren Umgang mit unseren heimischen Produzenten nehmen!)

Zahlung eines Preises oberhalb des Weltmarktpreises: Ermittelt wird in gemeinsamer Abstimmung ein Preis, den die Produzenten in ihrem lokalen Kontext als akzeptabel und für ein würdevolles Leben als ausreichend ansehen.

Der Preis muss Spielraum lassen für Entwicklungs- und Gemeinschaftsaufgaben: Die Produzenten (häufig Kleinbauern mit kleinen Wirtschaftsflächen und einfachster Geräteausstattung) sind z.B. in kleinen Genossenschaften organisiert. Die Genossenschaft finanziert aus den Mehrerlösen aus dem Fairen Handel Gemeinschaftsaufgaben. Das sind z.B. Brunnen für eine sichere Trinkwasserversorgung, Schulen oder Gesundheitseinrichtungen im Dorf.

Frauen und Männer werden für gleichwertige Arbeit auch gleich bezahlt. Ein Grundsatz, der weltweit noch lange nicht erreicht ist.

Es wird ein Zeitraum fest vereinbart, innerhalb dessen bezahlt wird. Damit bekommen die Erzeuger Planungssicherheit und müssen sich nicht bei lokalen Kredithaien oder bei Zwischenhändlern verschulden.

Preisaufschläge für biologischen Anbau: Für Bio-Anbau gibt es besondere Zuschläge, um einen Anreiz zu schaffen für die Umstellung und als Ausgleich der in der Regel etwas geringeren Ernteerträge bei Bio-Anbau.

Weiterführende Informationen finden Sie z.B. unter www.el-puente.de (El Puente ist einer der Pioniere des Fairen Handels ist Deutschland und hat seine Wurzeln in der katholischen Kirche).

Angelika & Markus Hunger

für die Steuerungsgruppe Fair in Markt Erlbach

© Anand Parmar

Einer dieser Standards ist:

Keine ausbeuterische Kinderarbeit

Kinderarbeit - ist das nicht immer ausbeuterisch?

Nein, das ist sie nicht! Wer im ländlichen Raum lebt, weiß, dass es auch in Deutschland üblich und normal ist, dass ältere Kinder bei der Ernte mithelfen oder in der Gastronomie Essen und Getränke servieren. Daran ist zunächst einmal nichts Verwerfliches. Wenn im Fairen Handel vom Verzicht auf ausbeuterische Kinderarbeit als essentielles Kriterium gesprochen wird, geht es um etwas ganz anderes.

Was versteht man unter „ausbeuterischer Kinderarbeit“?

Es geht hier um Arbeit, mit denen Kinder ihrer Gesundheit stark schaden, die gefährlich und unfallträchtig ist, die die seelische Entwicklung von Kindern behindert, oder die keinen Freiraum mehr lässt zu Schulbesuch und Freizeit.

Ausbeuterische Kinderarbeit weltweit – eine Auswahl an Daten und Fakten (Quelle v.a. ILO [= International Labour Organization] 2017):

  • 152 Millionen Kinder verrichten eine Arbeit, auf die das Kriterium „ausbeuterisch“ zutrifft – das ist weltweit fast jedes zehnte Kind!
  • 72 Millionen Kinder arbeiten an besonders gefährlichen Orten – in Steinbrüchen und Minen, auf kommerziellen Plantagen, in Nachtarbeit, im Akkord, etc.
  • 19 Millionen Kinderarbeiter sind jünger als 11 Jahre.
  • 10 Millionen Kinder leben wie Sklaven, sie müssen Zwangsarbeit leisten, leben als Kindersoldaten oder werden sexuell ausgebeutet.
  • weltweit sterben jährlich etwa 22.000 Kinder und Jugendliche bei Arbeitsunfällen.

Können Sie sich folgendes Bild vorstellen?:

Bei 40°C im Schatten halten drei Jungs einen 45 kg schweren Presslufthammer und bearbeiten die Steinwände ohne Mund- oder Ohrenschutz. So arbeiten Kinder in indischen Steinbrüchen. Wussten sie, dass zwei Drittel aller Grabsteine in Deutschland aus indischen Steinbrüchen stammen?

Fairtrade ohne Kinderarbeit heißt zum Beispiel konkret:

  • Unsere Pflastersteine oder Grabsteine stammen nicht aus einem der zahlreichen indischen oder chinesischen Steinbrüche, in denen Kinder arbeiten. Das Siegel Xertifix garantiert uns, dass keine Kinder unter 15 Jahren beim Abbau der Steine beteiligt waren.
  • Wir genießen Schokolade aus Kakao, der ohne Macheten schwingende Kinder geerntet wurde. Die Siegel „Fairtrade“, „WFTO“ bzw. die Firmen „GEPA“, „Weltpartner“, u.ä. garantieren uns Kakaoabbau ohne ausbeuterische Kinderarbeit.
  • Wir tragen T-Shirts, bei denen nicht Kinder die Baumwolle gepflückt haben. Die Siegel „Fair Wear Foundation“ oder „Fairtrade“ garantieren uns, dass keine Kinder auf den Baumwollplantagen ausgebeutet wurden.

Weiterführende Informationen finden Sie zum Beispiel unter www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de.oder www.tdh.de

Angelika & Markus Hunger

für die Steuerungsgruppe Fair in Markt Erlbach

Ein weiterer Standard ist:

Organisationsformen, die die Bereicherung Einzelner verhindern,
werden gefördert.

In Entwicklungsländern stellen Kleinbauern eine große Mehrheit dar. Historisch bedingt (Stichworte: Feudalismus, Kolonialismus, patriarchale Erbfolge) herrschen aber gerade in diesen Gebieten multinationale Konzerne, die aus Gründen der Effektivität und Gewinnmaximierung auf Großplantagen setzen. Gegen diese Giganten des globalen Handels, die nach streng marktwirtschaftlichen Prinzipien ihre Interessen durchsetzen und oft sogar weitgehend unabhängig vom aktuellen Weltmarktpreis agieren können, haben Kleinbauern keine Chance – einseitige Abhängigkeiten, Arbeitslosigkeit, Abgleiten in die Armutsspirale und Vernichtung ihrer Lebensgrundlagen sind die Folgen.

Hier steuert Fairtrade gegen: Ganz bewusst werden Kleinbauern und Zusammenschlüsse von Kleinbauernfamilien in Genossenschaften gefördert. Die Organisationsform der Genossenschaft, in der sich Kleinbauern zusammenschließen können, ermöglicht ihnen, dass sie nicht nur an Anbau und Ernte beteiligt sind, sondern auch an Einnahmen durch Verkauf und an der Verwendung des Erlöses (Beteiligung an der gesamten Wertschöpfungskette). Genossenschaftliche Arbeit ist langfristig angelegt, minimiert die Möglichkeiten der Bereicherung Einzelner und fördert die lokale Entwicklung einer Region. Laut Weltagrarbericht kann die Ernährungssicherheit durch genossenschaftliche Organisationsformen in der Landwirtschaft wesentlich besser sichergestellt werden als durch agro-industrielle Landwirtschaft.

Weiterführende Informationen finden Sie zum Beispiel unter: https://www.weltagrarbericht.de/ oder http://www.perspektivepraxis.de/perspektivepraxis.nsf/PP/001803Artikel/$FILE/Fairtrade_und_Genossenschaften.pdf 

Angelika & Markus Hunger

für die Steuerungsgruppe Fair in Markt Erlbach

Weitere Standards sind:

  • bei Bedarf Vorfinanzierung

  • Beratung der Produzenten

Ein großes Problem der Kleinbauern in Entwicklungsländern ist, dass ihnen häufig das Eigenkapital fehlt, um überhaupt eine selbstständige Landwirtschaft, die über den Eigenbedarf hinausgeht, zu betreiben. Auch gelten sie bei den natio-nalen Banken meist nicht als kreditwürdig oder erhalten Kredite nur zu Wucherzinsen. Ein wichtiges Merkmal des fairen Handels ist daher, dass er den Genossenschaften, in denen die Kleinbauern organisiert sind, eine Vorfinanzie-rung von bis zu 60 % der vereinbarten Abnahmemenge als vertragliches Recht zusichert. Unter Vorfinanzierung wird in der Regel ein zinsgünstiger Kredit verstanden, der nach Lieferung der Produkte verrechnet wird. Die Genossenschaf-ten benötigen die Vorfinanzierung zum Beispiel für die Anschaffung von Saatgut, für die Bezahlung der Kleinbauern, wenn sie ihre Ernte abliefern, oder für den Transport der Ware vom Bauern zur Genossenschaft und weiter zum Ab-nehmer der Fairtrade-Rohwaren.
Bei Ernteausfällen durch zum Beispiel Klimafolgen wird der zinsgünstige Kredit nicht gewaltsam eingefordert, sondern es wird versucht, eine vertretbare Lösung zu finden, die die Genossenschaft und die Kleinbauern nicht ruiniert. Auf diese Weise wird das Risiko fair geteilt.
Da Kleinbauern oft eine Ausbildung fehlt und sie auch mit Fragen der genossenschaftlichen Organisation und interna-tionalem Handel keine Erfahrung haben, ist eine wichtige Aufgabe des fairen Handels die Beratungsarbeit. Inhalte der Beratung sind zum Beispiel: Wie können wir auf Bio-Anbau umstellen? Welche Auswirkungen hat der Klimawandel für unsere Region und wie können wir dem begegnen? Welche alternativen Anbaumethoden gibt es? Wie mache ich eine Preiskalkulation? Wie halte ich die Fairtrade-Standardkriterien ein und wie läuft eine Zertifizierung ab? Welche Finan-zierungsmöglichkeiten gibt es? Wie kann ich unsere Produkte weiter entwickeln?
Weiterführende Informationen finden Sie zum Beispiel unter: https://fair-plus.de/fair/internationale-standards.html


Angelika & Markus Hunger
für die Steuerungsgruppe Fair in Markt Erlbach

Ein weiterer Standard ist:

Die Produktionsweise darf weder Mensch noch Umwelt schädigen.

„Ist doch klar!“, denken Sie sicher. Ja, aus unserer deutschen Sicht stimmt das. Doch leider sind die Standards in vielen Ländern der Welt nicht vergleichbar mit denen in Deutschland. Von Mutterschutz, Arbeitssicherheitsmaßnahmen oder klaren Arbeitszeitregelungen können Arbeitnehmer in vielen anderen Ländern nur träumen. Und so ist es wichtig, dass der Faire Handel hier eindeutige Regelungen vorgibt, die einzuhalten sind. Ein Beispiel ist der Pestizideinsatz. Im Fairen Handel wird der Einsatz bestimmter hochgiftiger Pestizide, die im konventionellen Anbau immer noch verwendet werden, komplett verboten (in der Materialliste sind derzeit 124 hochgiftige Substanzen aufgelistet). Wenn Pestizide dennoch eingesetzt werden müssen, ist klar geregelt, welche Schutzkleidung der Arbeitsgeber den Beschäftigten zur Verfügung stellen muss oder wie die Entsorgung umweltgerecht erfolgen soll. Es werden Ausbringungsmengen geregelt oder die Zeiten, in denen nach Ausbringen der Substanz ein Gewächshaus nicht betreten werden darf. Für deutsche Gärtnereien eine Selbstverständlichkeit – für Blumenfarmen in Afrika oder Baumwollplantagen in Usbekistan dagegen leider nicht. Zum Beispiel ist es auf konventionellen Baumwollplantagen nicht selten, dass Pestizide aus Flugzeugen über den Feldern versprüht werden, während die Arbeiter ohne Schutzkittel oder –masken auf den Plantagen arbeiten. Die WHO schätzt, dass jährlich weltweit bis zu 40 000 Feldarbeiter an den Folgen einer Pestizidvergiftung sterben (davon etwa zwei Drittel im Baumwollanbau).

Bei Fairtrade-Baumwolle wird die Umstellung auf Bio-Baumwolle gefördert. Es wird darauf geachtet, dass die Arbeiter viel weniger durch den Einsatz von Pestiziden und Herbiziden belastet werden und dass sich durch entsprechende Arbeitsplatzregelungen die Gesundheit der Arbeiter verbessert.

Weiterführende Informationen finden Sie zum Beispiel unter http://www.oeko-fair.de/clever-konsumieren/kleiden-schmuecken/baumwolle/anbau5/konventioneller-baumwollanbau/arbeitsbedingungen oder

www.fairtrade-baumwolle.de/arbeitsbedingungen-fairtrade-baumwolle.html

 

Angelika & Markus Hunger

für die Steuerungsgruppe Fair in Markt Erlbach

Ein weiterer Standard ist:

Keine gentechnisch hergestellten Produkte

Fairtrade-Produkte verzichten prinzipiell auf gentechnisch veränderte Lebensmittel und Saatgut.
Warum ist das wichtig?

Durch die in den vergangenen Jahrzehnten zunehmende Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion und durch gentechnisch veränderte Pflanzen kam es zu einem erheblichen Rückgang der sog. „Biodiversität“, also der biologi-schen Artenvielfalt in unserer Welt. Damit einhergehend ist der Rückgang der genetischen Vielfalt von Pflanzensorten oder Tierrassen. Gleichzeitig wurden durch diese sehr intensive Landwirtschaft, die in kurzer Zeit große Mengen an Produkten herstellen will, wertvolle Ökosysteme geschädigt (etwa durch Überdüngung, Entzug großer Wassermengen oder Pestizidaufnahme in Böden oder Gewässer). Während reiche Länder trotz eines geschädigten Ökosystems (zu-mindest ein Zeitlang) überleben können, ist für die Menschen anderer Regionen unserer Erde, die in Armut leben, ein funktionierendes Ökosystem (über)lebensnotwendig.
Fairtrade fördert die Sortenvielfalt u.a. durch den konsequenten Verzicht auf gentechnisch verändertes Lebensmittel.
Gentechnisch veränderte Pflanzen sind gedacht für große Monokulturen. Sie sind beispielsweise resistent gegen Her-bizide (Unkrautbekämpfungsmittel), was in der Folge bedeutet, dass diese Herbizide in hohen Dosen auf den großen Anbauflächen zum Einsatz kommen, da Monokulturen besonders anfällig sind für Unkräuter.
Oder sie enthalten ein Gift gegen bestimmte Insektenschädlinge, die bei großflächigem Anbau die Ernte vernichten könnten – dieses Gift in der Pflanze gelangt in den Boden und damit auch in unsere Gewässer.
Gentechnisch veränderte Pflanzen sind patentiert. Das heißt, die Herstellerfirma hat das alleinige Recht zum Verkauf von Saatgut und bestimmt den Preis. Viele Kleinbauern können sich die hohen Patentgebühren, die auf dem Saatgut liegen, kaum leisten. Eigene Züchtungen aus dem gentechnisch veränderten Saatgut sind verboten.
Kleinbauern haben oft über Jahrhunderte hinweg selbst Pflanzen gezüchtet, die besonders gut mit den Anbaubedin-gungen ihrer Heimatregion zurechtkommen. Dadurch entsteht eine große genetische Vielfalt an Pflanzen weltweit, die nicht nur ein Nutzen für die Kleinbauern ist, sondern unser gesamtes Ökosystem schützt.
Weiterführende Informationen finden Sie zum Beispiel unter www.keine-gentechnik.de
Angelika & Markus Hunger
für die Steuerungsgruppe Fair in Markt Erlbach